Wie kann mein Entwicklungstrauma heilen? Wie können Wege der Heilung aussehen? Wie funktioniert das und was erwartet mich?
Das möchte ich dir heute in diesem Video nahbringen. Wie schön, dass du wieder dabei bist. Mein Name ist Michaela Rüdel und ich unterstütze hochsensible Menschen im Coaching und auch therapeutisch auf ihrem Weg und auch mit dem Thema Entwicklungstrauma, was sehr oft eine Rolle spielt und deswegen heute dazu ein Thema.
Entwicklungstrauma hat nicht unbedingt was mit Hochsensibilität zu tun, aber Hochsensibilität und Entwicklungstrauma treten oft zusammen auf. Denn hochsensible Menschen, die einfach feiner gestrickt sind, die ein sensibleres Nervensystem haben, reagieren einfach auch intensiver auf die kleinen Risse in der Bindung, in der Beziehung als Baby, als Kind. Sie haben auch andere Bedürfnisse, individuellere Bedürfnisse, intensivere Bedürfnisse als andere Kinder und brauchen da mehr oder eine andere Unterstützung, würde ich mal sagen.
Und wenn sie die nicht kriegen, dann kann es zu einem Entwicklungstrauma kommen. Hochsensible Kinder werden oft in ein Umfeld reingeboren, wo die Eltern, Bezugspersonen nicht gut mit der Sensibilität umgehen können, nicht gut auf diese Sensibilität reagieren können. Und bei Entwicklungstrauma, da geht es ja nicht so sehr um einzelnes Ereignis, also um ein Schocktrauma, ne, eine überwältigende schlimme Situation, sondern um ein Entwicklungsbindungstrauma, was immer wieder passiert in der Entwicklung, wo Grundbedürfnisse nicht gut versorgt werden und wo das Kind dann in einen Stresszustand kommt, in eine Übererregung, keiner da ist und dass dann im Nervensystem genau so eine Reaktion ähm auslöst wie bei einem Schocktrauma.
Also, es ist ganz ähnlich und deswegen sprechen wir auch von Trauma. Und da geht es auch nicht so sehr darum, ähm was ist tatsächlich passiert, sondern welche Spuren von diesem, was da vielleicht passiert ist, weil wir wissen manche Sachen ja auch gar nicht mehr, ne? weil die vielleicht mit null Jahren, mit ein Jahr war oder auch vorgeburtlich.
Aber welche Spuren trage ich heute noch in mir? Und an diesen Spuren können wir auch erkennen, ob wir ein Entwicklungstrauma haben. Und diese Spuren können z.
B. sein, Perfektionismus können sein, dass ich mich nicht abgrenzen kann, dass ich nicht nein sagen kann und können sich auch in so einem tiefen Grundgefühl zeigen, z. B.
tiefes Grundgefühl, also ein Lebensgrundgefühl von Angst oder von verlassen sein. Ich fühle mich schon immer verlassen, obwohl ich vielleicht ganz liebe Menschen um mich habe, aber ich habe immer dieses tiefe Gefühl von ich bin verlassen, keiner kümmert sich um mich oder ich habe so ein Gefühl von Verlorenheit, ich bin total verloren im Leben oder dieses Grundgefühl, keiner kümmert sich um mich oder ich bin nicht wichtig. Und das sind so Dinge, die uns oft unser ganzes Leben lang begleiten.
Ebenso ein Grundgefühl, was immer so mehr oder weniger da ist, ganz tief, wo wir oft auch gar nicht wissen, wo kommt es her und es macht überhaupt keinen Sinn. Und hier kommen wir mit unseren Gedanken oder mit mentalen Techniken nicht weiter, weil das eben viel tiefer sitzt und viele Menschen haben auch dann dieses Gefühl, ich komme mit diesen Gedanken Umstrukturierungen, mit diesen metallen mentalen Techniken nicht weiter. Da ist noch was tieferes in mir und das ist ganz klar, denn Trauma sitzt oder passiert nicht in den Gedanken, sondern in unserem Körper und in unserem Nervensystem.
Und gerade ganz frühkindliche Traumatar, die passieren ja, wenn unsere Gedanken, unser Gedankensystem noch gar nicht richtig ausgebildet ist. Entwicklungstrauma bedeutet eine chronische Fehlregulation unseres Nervensystems. Normalerweise, wenn unser Nervensystem gesund ist, dann haben wir so eine Schwingungsfähigkeit, ne?
Das Nervensystem, das schwingt immer so. Und wenn wir aber ein Trauma haben, dann sind wir in der chronischen Übererregung. Das heißt eher immer so in Angst und in Panik und immer so aufgeregt, unruhig oder wir sind in einer chronischen Untererregung eher so depressiv, leer, tot, ähm eingefroren und unser Stresstoleranzfenster, das heißt die Fähigkeit, wie wir gut mit Stress umgehen können, wie viel Stress wir vertragen, dieses Fenster wird kleiner und das bedeutet, dass wir auch uns an Kleinigkeiten stören, dass uns kleine Dinge aus der Ruhe bringen, dass wir einfach schneller wieder in einen erneuten Stress reinkommen.
Und durch dieses Entwicklungstrauma fehlt uns die Sicherheit, also auch so einen Grundsicherheitsgefühl in unserem Leben. Und dadurch sind wir auch nicht fähig, uns großartig zu regulieren, weil wir Schwierigkeiten auch gar nicht gut aushalten können, weil uns eben diese Sicherheit fehlt. Und was auch noch so ein Punkt ist bei Trauma, dass wir mit etwas überwältigendem allein sind, das macht ganz ganz viel aus.
Also, wenn ein Kind z. B. schreit so ein Baby, es schreit, es hat Todesangst und da ist niemand da, dann bricht es irgendwann zusammen.
Das ist z. B. Trauma.
Dieses Allein sein mit diesen überwältigenden Gefühlen, Empfindungen, ja, auch das, was im Körper, im Nervensystem passiert. Wie können wir nun Entwicklungstrauma heilen? Der Weg geht über den Körper, über die Emotionen, natürlich auch über den Kopf, aber es hat ganz viel mit unserem Körper zu tun.
Viele hochsensible Menschen sind ganz gerne im Kopf unterwegs, weil sie eben die Erfahrung gemacht haben, dass es im Körper unangenehm ist, überwältigendes überwältigend ist. Und es gibt auch viele Menschen, die verständlicherweise sagen, ich will da gar nicht hinschauen und ähm ich schiebe das lieber weg. Ich will mich mit diesen unangenehmen Dingen in mir gar nicht beschäftigen.
Das tut zu weh und ich habe Angst, dass ich mich wieder so schrecklich fühle, wie das was wie ich mich ja eigentlich nicht fühlen will. Und da ist es ganz ganz wichtig, behutsam vorzugehen. Es ist nicht Sinn und Zweck, voll in das Trauma reinzugehen, voll in die schlimmen Gefühle von Lehre und von Verlassen sein und von Panik richtig tief reinzugehen.
Nein, denn das wäre nur eine Retraumatisierung, eine erneute Überstimulation, Überregung und ja einfach das, was wir nicht wollen, sondern ganz wichtig ist, dass wir erstmal Sicherheit in unserem Körper finden durch Übungen, vor allen durch ein Körpergefühl, dass wir uns auf eine positiven, angenehmen Art und Weise uns und unserem Körper ähm wieder nähern, dass wir an sicher Heitsgefühl in unserem Körper verankern können und da auch Stabilität erstmal kriegen und dass wir dann mit dieser Stabilität als Basis uns ganz ganz klein dosiert die unangenehmen Dinge anschauen können, so wie wir es gut halten können, so dass es nicht überflutend ist. Und ganz viel passiert dann auch in der Selbstteilung oder in der Regulationsfähigkeit des Körpers. Der Körper mit Trauma ist nämlich nicht krank, sondern der versucht immer das Beste für uns.
Der versucht uns zu schützen. Und wenn wir aber wieder so ein ja Grundgefühl von Sicherheit haben, wenn der Körper wieder so ein Vertrauen, so eine Stabilität in sich hat, dann kann er auch ganz automatisch wieder mehr unangenehme, schwierige Dinge zulassen und mit denen auch umgehen, so dass es uns nicht überflutet, dass es uns nicht überwältigt. Und wenn wir uns unserem Körper wieder zuwenden, uns wieder spüren, dann passiert etwas, was ganz ganz wichtig ist, nämlich, dass wir wieder in einen guten und sicheren Kontakt mit uns kommen, den wir durch Trauma verloren haben.
Denn Trauma heißt ja, ich bin allein und ich spalte auch etwas von mir ab. Also, ich spalte die Teile oder den Schmerz, das was ich nicht halten kann, das spalte ich ab, weil es zu groß ist und da kann ich wieder ganz werden, wenn ich wieder ins Spüren komme. Und da kann ich auch die Teile, die ich abgespalten habe, wieder einladen, in meine Ganzheit zu kommen.
Und ich bin dann auch nicht mehr allein, denn ich habe einen Therapeuten oder einen professionellen Menschen da mit mir, der mit mir dadurch geht und mir auch den Raum hält, mir auch die Sicherheit gibt und mit mir auch den Schmerz anschaut und ich bin gleichzeitig mit mir im Kontakt. Also das heißt, ich bin auch mit mir nicht allein, sondern ich komme mit mir wieder in einen Kontakt. Ich verlasse mich nicht länger, sondern ich lerne, dass ich auch im Schmerz mit mir verbunden sein darf und auch in der Zukunft immer mit mir verbunden sein darf und mich selbst auch durch schwierige Zeiten, schwierige Emotionen durchbegleiten darf.
Dann geht es natürlich auf dem Heilungsweg auch noch darum, dass wir uns anschauen und da kommen wir dann auch über den Körper damit in Kontakt, welche Grundbedürfnisse denn als Kind nicht erfüllt wurden oder nicht ausreichend erfüllt worden. Also, wo wir vielleicht stecken geblieben sind, wo uns was gefehlt hat. Wenn ich z.
B. bin nicht nein sagen kann, wenn ich mich nicht abgrenzen kann, dann darf ich an dieser Stelle nachnähren und nach lernen, dass ich meine eigene Meinung haben darf und dass es trotzdem okay ist, dass es nicht zu einem Beziehungsabbruch führen darf. Also, ich darf lernen nein sagen ohne Schuldgefühle.
Ich darf lernen und das hat auch wieder mit dem Körper zu tun. Es ist sicher. Es fühlt sicher an, nicht bedrohlich, nicht ängstlich.
Es fühlt sicher an, wenn ich nein sage. Es fühlt sicher an, wenn ich zu mir stehe. Und das auch auf andere Bereiche.
Es fühlt sicher an, ich darf meine Bedürfnisse spüren, ich darf meine Bedürfnisse kommunizieren oder auch Präsenz im Körper wieder zu spüren. Es ist sicher, mich mit mir zu verbinden. Es ist sicher in meinem Körper zu Hause zu sein.
Ich muss mich nicht länger in Gedanken oder irgendwo anders hinfliehen, sondern ich darf wirklich wieder in mir zu Hause sein. Ich darf wieder Vertrauen lernen. Ich darf spüren, dass es sicher ist, wenn ich mir selbst und anderen vertraue.
Ich darf mein Herz wieder öffnen für die Welt, für mich, für andere. Und in diesem Prozess darf sich dann auch langsam langsam mein Grundgefühl, mein Lebensgrundgefühl, was vielleicht verlassen sein, lehere Bedürftigkeit ist, darf sich langsam verändern. vielleicht hin zu ich bin geborgen oder hin zu einem Vertrauensgefühl, zu einem Sicherheitsgefühl, zu einem Gefühl von ich bin vielleicht getragen oder wenn ich Hilfe brauch, dann ist jemand für mich da.
Also, es ist ein Prozess, es ist ein Weg, der unser ganzes Sein anspricht, unsere Gedanken, unsere Gefühle, unseren Körper. Also ein Weg, der wirklich tiefer geht. Und es ist ganz wichtig, dass wir dieses ganze Traumathema nicht so verstehen, als eben etwas ist kaputt an mir und ich muss es endlich reparieren.
Ich muss mich endlich regulieren, dass ich wieder gut funktioniere und warum schaffe ich das nicht und warum funktioniert es jetzt nicht, sondern es ist eine Verbindung. Es geht um einen Weg mit mir, dass ich nicht an mir arbeite, sondern mit mir, in der Verbundenheit mit mir, ganz sanft, ganz geduldig in ganz kleinen Schritten, so dass ich ganz ganz langsam so ein neues Grundgefühl aufbauen darf, so ein neues Gefühl von Sicherheit, aus dem heraus ich dann auch die Welt ganz anders sehe, mich ganz anders empfinde und dem Leben ganz anders gegenübertreten kann. Und es ist natürlich auch klar, dass das ein bisschen Zeit braucht.
Wenn du dazu Fragen hast oder Erfahrungen, weil es doch ja auch ein komplexes Thema ist, dann schreib es mir sehr gerne in die Kommentare. Ich freue mich immer über nette Kommentare und auch wenn du dir Unterstützung wünscht auf deinem ganz persönlichen Weg, wenn du merkst, oh, das doch das ein oder andere und ich glaube das das geht ein bisschen tiefer und ich möchte wirklich auch mit mir in Verbindung kommen, in einen guten Kontakt, möchte wieder heil werden, wieder ganz werden, dann begleite ich dich sehr gerne, meld dich gerne. Ich biete ein kostenloses unverbindliches Kennenlernespräch an, wo wir auch schauen können, passen wir zusammen, verstehen wir uns gut?
Genau, schau gerne mal auf meiner Website auch vorbei. Die ganzen Infos findest du unten. Und dann sage ich erstmal tschüss.
Bis zum nächsten Mal.