alt und unverzagt Frauen erzählen Geschichte ein Podcast von Eva Schindele zu Besuch bei der dresner Gynäkologin Christa Schulze [Musik] heute bin ich bei Frau Dr Christa Schulze zu Besuch und ich freue mich ganz dolle dass sie mich empfangen haben hier in ihrer wunderbaren Wohnung am Berlin Charlottenburg in einem gründerzei Haus mit vier fünf Stockwerken einer wirklich großbürgerlichen Fassade sie wohnen hier im Hinterhaus und gucken auf den liezensee wie lange wohnen Sie schon hier Frau schüze 2wei Jahre wohne ich hier das ist ja noch nicht so lange und vorher aber auch in Westberlin nein also ich
lebe überhaupt erst seit 22 Jahren in Berlin und ich habe davon 20 Jahre im bözof Viertel also friedrichshein gewohnt ah ja und jetzt im Westen ist es irgendwie ein Unterschied noch oder ist es völlig egal also ich glaube schon dass es auch noch mal ein Unterschied zwischen ehemals Ostberlin und jetzigen Westberlin ist sowohl architektonisch als auch menschenentypmäßig inwi Ken sie ein bisschen erzählen ja also äh im prinenzlauer Berg war es mE sehr gemischt ähm sehr kinderreich man sah alle äh Altersklassen und auch alle Schichten der Bevölkerung während hier in Charlottenburg speziell was meine Erfahrungen sind
ist es sehr viel insgesamt älter nobler und auffallend mehr russisch sprechende Ausländer im östlichen Teil wo ich wohnte also prinslauer Berg da war es gemischt englisch französisch kaum russisch hier ist auch ein großes Altersheim eingewanderter jüdische Russen nach nach 1990 ungefähr also es fällt mir hier auf deshalb besonders weil ich ja selber auch 6 Jahre meiner Kindheit in Russland verbracht habe ach ja ja aber sie sind 1936 geboren ja und mein Vater war Flugzeugbauer und nach 45 wurde die GZ des Ostens von den Russen nach Russland ja verschleppt kann man sagen Intelligenz des Ostens heißt
der DDR damals ja also der russischen Besatzungszone ja und oder damals gab es noch keine 1946 DDR und so wie auch im Westen die Intelligenz nach Amerika nicht die wurden W nicht verschleppt die waren eher freiwillig dort und sie sind dann als kleines Kind praktisch in der Sowjetunion aufgewachsen oder so klein ja so klein war ich nicht ich bin mit 8 Jahren in die Sowjetunion gekommen mit der gesamten Familie über Nacht wurde die gesamte Intelligenz sei es Jena Berlin junkerswerke siebelflugzeugwerke nach Russland gebracht wen ja und da habe ich dann ffeinhalb Jahre meine Kindheit und
Jugend verbracht und was machte ihr Vater dann der baute für die Russen Flugzeuge entwickelte für die Russen Flugzeuge wo sind sie vorher aufgewachsen und wie war das dann in der Sowjetunion also geboren bin ich im Harz in oschers leben aber in der frühen Kindheit dann über Leipzig nach Halle und in Halle lebten wir seit 42 bis 46 bis wir nach Russland kamen und nach Russland 52 sind wir dann wieder nach Halle gezogen was haben sie für Erinnerungen an die Sowjetunion als Kind sehr positive wir hatten absolute Freiheit wir lebten auf dem Land waren privilegiert den
Russen gegenüber weil eben die Russen die deutsche Intelligenz seit jeher sehr schätzte und unsere väer natürlich für die Entwicklung und den Bau der Flugzeuge sehr wichtig für die Russen waren und ja wir haben alle Freiheiten der Kindheit genossen auf dem Land und die Schule die war nicht sehr anstrengend ähm also ich habe nur sehr positive Erinnerung und sie sind mit mehreren Geschwistern aufgewachsen dort nein nur mit einem Bruder aber in Russland ist es ja so gewesen ganz besonders und ich glaube auch noch bis heute ähm dass jede Familie nur in einem Zimmer lebte also in
unserer Wohnung waren schon drei Familien in der Dreizimmerwohnung und wir waren eine Menge Kinder also Freiheit und viele Kinder und viel Territorium wir wohnten an der Volga von drei Seiten wurden wir von der Volga umgeben und die vierte Seite war das Moskauer Meer und ja das das war eben im Sommer herrlich im Wasser und im Winter herrlich mit Skilauf schlittschuhlauf und wenig Pflichten will ich mal sagen und wenig Reglementierung und wir haben uns natürlich auch mit den russischen Kindern wie Kinder eben sind ganz gut verstanden natürlich gab es auch dreschereien zwischen uns denn die russische
Schule lag im deutschenend Dorf und die deutsche Schule im russendorf und bei der morgendlichen Begegnung haben wir natürlich uns nicht immer friedlich begrüßt also das heißt es gab eine deutsche Schule sie sind gar nicht mit den mit mit den Russen eine Klasse nein nein nein nein wir waren so viele es gab die deutsche Schule und in der deutschen Schule für jede Klasse eben eine Klasse ach ja ja ja aha okay also es sind relativ viele Leute viele Männer wahrscheinlich dann deportiert oder kann man deportiert sagen ver ja kann man kann man schon sagen mit ihren
Familien dann da ja es wir wurden nachts um 2 Uhr abgeholt oder aufgeweckt und mein Vater sträubte sich zunächst die Familie mitzunehmen aber die Russen haben gesagt das ist obligatorisch mit Familie sie hatten alles dabei haben gepackt und von nachts um 2R bis früh morgens um 10 uh waren wir mit dem gesamten Hausrat in Wagons verpackt auf einem abgelegenen Bahnhof und dann ging es drei Wochen ab durch Schlesien Polen und die Sowjetunion bis zu unserem ortkreis klinin und es war wahrscheinlich auch eine eine Reise durch eine völlig zerstörte Landschaft oder ja absolut und grauenvoller Armut
und Zerstörung an unseren Zug wir fuhren ja drei Wochen bis dahin waren viele Aufenthalte wo es verhungerte bettelnde Menschen an unseren Zug kam und das war schon bedringend und bedrückend also nicht für uns Kinder aber für unsere Eltern war es sehr schwer weil wir nicht wussten ah bleiben wir zusammen und wo kommen wir überhaupt hin und kommen wir je wieder nach Deutschland zurück also das lag alles im Unklaren und das waren ja auch noch die Stalinzeit ich meine ja ja natürlich das war das nicht auch sehr na ja also wir waren nicht gefährdet aber es
war schon immer so ein bisschen spürbares Misstrauen und angstäh in der Luft konnte ihr Vater russisch nein wir konnten alle kein russisch wir Kinder haben natürlich alle sehr schnell russisch auf der Straße gelernt und natürlich auch in der Schule aber unsere Eltern die haben da ganz wenig gelernt ihre Mutter wir haben jetzt immer von ihrem Vater gesprochen was hat ihre Mutter da für eine Rolle gespielt war die Hausfrau oder hat ja die hatte keine Arbeit die war in dem einen Zimmer Hausfrau und die Frauen haben sich untereinander eben auch so ein bisschen beschäftigt und Kreise
gebildet und haben sich ein das Leben so eingerichtet wie es am besten eben möglich war also se Jahre haben sie dann da in der sovjetun knapp knapp knapp sechs und dann waren sie wie alt waren Sie als sie zurückk 15 15 und wie sah dann die Welt aus als sie wieder zurückkam ja da sind wir nach Halle zurück und ich habe dann eine Klasse übersprungen und bin ähm in die Ende der zehnten Klasse ins in die Oberschule gekommen wir waren ähm im Lehrstoff in den Naturwissenschaften weit voraus den deutschen Schüler in der DDR weil in
Russland wird mit der zehnten Klasse Abitur gemacht und ich habe das Abitur auch ganz einfach und leicht geschaffen in der August Hermann Franke Oberschule in Halle hat mich da auch sofort gut einleben können und also das war dann ja in den 50er Jahren ja 52 53 54 habe ich Abitur gemacht und wie war das das Leben in der DD ja im Vergleich zu Russland natürlich ähm ja wie soll ich sagen anspruchsvoller und kulturvolle wir hatten eine schöne Wohnung wieder und ja es W Stadt stadtland aber ich habe auch ähm Bedrückungen und Reglementierungen empfunden was in
Russland nicht spürbar war für uns Deutschen in welcher Hinsicht t also Politik hat in Russland für uns gar keine Rolle gespielt während das in der DDR ja doch auch vordergründig war aber es war nicht für mich persönlich bedrängend also ich musste nicht in die FDJ Pionier war ja sowieso erledigt oder ich wurde in nichts gedrät oder reglementiert aber insgesamt war es schon politisch enger wir hatten natürlich in Russland absolute nchenfreiheit muss man schon so sagen für die Russen war das nicht [Musik] so ich versuche mir vorzustellen wie das war Anfang der 1950er Jahre 49 wurde
auch erst die DDR gegründet die BRD ja auch und der Krieg und der Nationalsozialismus war erst ja ein paar Jahre vergangen und jetzt wollte die DDR ein Land aufbauen nach sozialistischen Idealen musste wohl auch viele Reparationszahlungen an Russland leisten ich kann mir vorstellen dass da auch ganz schön viel Druck auf die Bürger und Bürgerinnen ausgeübt worden ist oder so auch nach dem Motto wir müssen jetzt gemeinsam das bessere Deutschland schaffen na ja also in meiner Jugend war das nicht so präsent das ist war das wann was anderes dann als mein Sohn in der DDR groß
wurde ähm ein anderes und besseres Deutschland weiß ich nicht ob da jemand so das Ziel hatte man hatte ja immer noch den Ausweg wenn es einem absolut nicht passt nach Westdeutschland ohne Lebensgefahr zu kommen also natürlich haben meine Eltern auch überlegt bleiben wir in der DDR oder in in gehen wir nach dem Westen aber mein Vater war mittlerweile dann auch 55 und in der DDR konnte man basal eigentlich gut leben also man musste auf keinen Fall hungern es gab natürlich nicht so schöne Sachen wie im Westen aber es war eine ja auch kulturvolles Leben und
die Eltern haben wir überlegt zwei Kinder die studieren im Westen keinerlei Vermögen im Westen das wird nicht einfach und und im Prinzip waren auch keine Bedrängungen also ich muss so sagen so wie es mein Vater sagte dass in NAZ Deutschland keiner in die Partei musste musste auch keiner in der DDR in die Partei ohne dass er nicht doch gut arbeiten konnte oder so man hat natürlich gewisse leitende Funktionen nicht erreichen können also beruflich habe ich es zwar bis zur ersten Oberärztin geschafft Klinik Klinikleitung Vertretung ich hätte nicht Chefärztin werden können weil für mich und überhaupt
meine Freunde und Eltern und so weiter Eintreten in die SED das das wir überhaupt nicht in Frage gekommen also ich habe gelebt in einem intellektuellen künstlerischen Freundeskreis alle meine Freunde künstleriser Seite ähm die auch nicht dem realistischen Sozialismus entsprachen in Malerei oder Romanen und so weiter äh waren nicht gefördert aber sehr kompetent und interessant und wir hatten schon unsere Kreise in denen wir gut lebten und auch relativ unbehelligt waren mm wir wussten jedes Telefonat wird abgehört nach dem Westen ähm wir wussten dass es Schwierigkeiten geben würde wenn wir öffentlich irgendwie gegen irgendeinen Ziel des Staates
demonstriert hätten aber wenn man das erer im Freundeskreis diskutiert hat und erledigt hat dann war das ein ganz normales Leben ja ich hab da noch eine Frage als westdeutsche äh ist es denn so gewesen dass man fürichtten musste dass einer Spitzel ist von dem im Freundeskreis oder haben sie das hinterher erlebt dass sie nein da waren wir immer gegenwärtig dass es die Möglichkeit gab aber ich hatte in meinem Freundeskreis nie den Verdacht oder das Misstrauen dass da irgendjemand Spitzel wäre und wirklich gott lob nach der Wende ich kenne keinen einzigen in meinem Freundeskreis der da
entlarft wurde ja aber das war ja dann auch dramatisch für für manche Leute die dann mitkriegt sind dass der Ehemann oder was weiß ich das gab es und das war absolut so und mein Bruder z.B der ist Physikochemiker der hatte seine habilitationsarbeit geschrieben und da trat man an ihn heran also Herr Dr Fischer wir würden sie doch bitten in die Partei einzutreten wenn Sie privat Führungsposition erringen wollen müssten sie es eigentlich auch politisch machen und er hat abgelehnt und darauf wurde gesagt Herr Dr Fischer wer habilitiert bestimmt die Partei und der konnte nicht habilitieren und
das war dann natürlich der Pferdefuß nach der Wende also z.B in unserer Klinik war ein einziger Kollege habilitiert und Partei und alle anderen eben nicht und bei dieser großen Klinik wäre Voraussetzung gewesen dass man habilitiert sein musste sodass eben keiner der Kollegen fähig war die Klinikleitung zu übernehmen obwohl wir fachlich also absolut optodet waren und da gab es natürlich dann auch nach der Wende ein bisschen dramatische Schicksale also wir haben alle Chefs bekommen genau also die Elite das habe ich jetzt gerade noch mal nachgelesen diee sogenannte Elite in in der DDR das waren vor allem
Leute die aus dem Westen dan ja ja absolut und wir hatten noch einen sehr netten anständigen Chef bekommen der hat aus Köln ein richtiger Rheinländer der war zu Fasching sowieso se Wochen weg erstmal aber menschlich sehr nett der beherrschte nicht alle Operationsmethoden in der Gynäkologie aber er hat eben gesagt würden sie mir da oder dort assistieren der hat es sehr schnell gelernt und es waren gutes Auskommen aber insofern war ich glaube das ist auch bis heute noch so leitende Funktionen kommen nicht aus dem Osten trotz aller meines Erachtens sachlichfachlichen Brillianz mit unter jetzt sind wir
schon so weit gegangen und ich bin aber noch dass sie Abitur gemacht haben und dann studiert haben und sie haben Medizin studiert ja da habe ich noch mal die Frage war das möglich also ich habe immer gehört dass vor allem Arbeiterkinder nur studieren durften und Frauen sowieso eher nicht nicht nein nicht nicht im ostenen also auch mit den Arbeiterkindern war das nicht so die wurden zwar gefördert aber es kam da auch auf die Abiturnote an tja wissen Sie ich das war zu meiner Zeit alles glaube ich nicht so streng bis 61 also z.B hatte ich
mir gedacht wenn ich nicht studieren kann im Osten dann gehe ich nach Heidelberg denn aufgrund meines Vaters hatten wir da ein großälterliches Haus und auch ein bisschen Kapital also das wäre für mich der Ausweg gewesen aber ich hätte mich von meinen Eltern und Freund schwer getrennt also mir ist auch so nie der Gedanke gekommen nach dem Westen zu gehen weil diese Trennung von der Vertrautheit wä mir schwer gefallen ja und 61 mit mit der Zahl 61 meinen sie den Bau der Maul ja ja und da hat sich dann vieles verändert dann waren die Repressalien größer
und vor allen Dingen die Westen Osten nicht mehr gegeben also nur unter Lebensgefahr ja also das hat dann ihr Lebens Gefühl auch verändert oder na ja da ich nicht die Absicht hatte nach dem Westen zu gehen nicht so sehr aber die Empörung dass überhaupt SAS möglich ist war groß also hat uns alles sprachlos gemacht das haben wir eigentlich nicht erwartet und auch gar nicht ch für durchführbar gehalten dass ein ganzes Land mit drahszaun abgeschottet wird also rein technisch wä mir das schon fast unmöglich erschien aber es war möglich nochmals zurück in die 1950er Jahre sie
haben ja auch 1954 schon angefangen zu studieren und das war in Westdeutschland eine Zeit in der vor allem die Hausfrauenehe propagiert worden ist die frauen sollten ihren Mann dienen und wenn Sie berufstätig sein wollten oder ein eigenes Konto eröffnen wollten mussten sie ihren Ehemann um Erlaubnis bitten auch an den Universitäten waren nur sehr wenige Frauen also 1954 wie wie war das damals für Sie ich will mal so sagen also Medizin war 5050 aber z.B Maschinenbau an der TU in Dresen da waren mehr Männer aber in den pädagogischen Berufen oder sozialen Berufen Studien waren dann mehr
Frauen in der Kunst war es auch halbe halbe das weiß ich über Freunde und Freundinnen und sie haben dann sich für Gynäkologie entschieden nein eigentlich nicht ich wollte in die päiatrie also kinderhalung ja aber das scheiterte wieder daran dass äh in der Pädiatrie nur an der universitätsstellen frei waren und da ich eben nicht in der Partei war kam ich nicht in Frage und Gynäkologie war mehr oder weniger die Alternative wobei ich äh gynkologie habe ich dann immer meinen jungen Kollegen gesagt die studiert haben wenn ihr familiäre Absichten habt dann dürftte drei Fächer nicht als facharztärztinnen
machen also Gynäkologie Geburtshilfe Unfallchirurgie und Anästhesie da ist das ist so anstrengend auch nachts und so anstrengende Bereitschaftsdienste dass das wirklich ein fast vollkommen hundertprozentig in in Beschlag nimmt aber sie haben ja Gynäkologie gemacht und trotzdem einen Sohn gehabt ja ähm das war insofern auch DDR typisch also wirklich sehr typisch dass alle junge Frauen äh gearbeitet haben und die Mütter als Großmütter sehr hilfreich der Familie zur Seite standen also die helfende Großmutter war buchstäblich typisch für die DDR und so war es auch bei uns also meine Mutter hat mich sehr unterstützt aber leider als mein
Sohn 5 Jahre war starb sie und da war es auch nicht so schlimm weil er da relativ schon selbstständig war und Kindergärten und Ganztagsschulen ja zur Verfügung standen und da konnte man trotz allem ganz gut den Beruf ausüben Z in den 60er Jahren haben sie dann die facharausbildung in Dresden haben sie die gemacht also studiert habe ich in Halle und in Eisleben habe ich dann meine pflichtassistenz gemacht und dann in Dresden die Gynäkologie und 67 war habe ich dann den Facharzt gemacht 1967 Gynäkologie war ein rein männlich dominiertes Fach noch bis in den 90er Jahre
und das war meine Frage wie war das denn in der DDR war das auch so also ich habe da keine Zahlen aber eindrucksmäßig würde ich sagen hab möglicherweise die Frauen überwogen als günkologinnen die Männer waren in der Klinik und die Frauen in der Poliklinik mit eben begrenzten Diensten hatten manchmal um 16 Uhr schon Schluss oder Mittwoch sogar glaube ich um 14 Uhr aber dafür zwei Tage um 19 Uhr also mit ganz festen Arbeitszeiten festen Gehältern und festen Regelungen was natürlich einem Familienleben sehr entgegenkommtm und die Männer unabhängiger sind mehr in der Klinik gewesen mit den
Bereitschaftsdienst die die Frage ist ja hat es irgendwie dann Einfluss darauf wie die Gynäkologinnen oder Gynäkologen mit Frauen also mit dem Patientinnen umgehen hat es ein Einfluss ob sie männlich oder weiblich sind oder ist es egal also ich meine jetzt zu Wertschätzung und und so weiter ich glaube das war überhaupt kein Thema also das ist ja oft vielleicht von Frauen dass sie ihre Scheu haben lieber zu einer Frau zu gehen als zu einem Mann aber im Prinzip unbegründet also ich kenne so viel Kollegen die also ich sag dann immer ob ein Arzt in den Rachen
schaut ob die Mandeln vergrößert sind oder den Muttermund einstellen ob da Verdächtige Bezirke sind und sein krebszell suchtest ein Abstrich macht das das ist konzentriert auf die Arbeit also das hat mit ich denke Gefühlen überhaupt gar nichts zu tun also das mit Sicherheit nicht ich könnte mir nur vorstellen dass manche Frauen vielleicht etwas mehr Scheu vor Männern haben dass man sagt ich gehe lieber zu einer Frau die kann mich vielleicht besser verstehen als ein Mann aber es gibt natürlich auch da Ausnahmen sehr robuste Frauen und sehr einfühlsame Männer und mancher günkologe kann auch sehr charmant
und beliebt sein durch sein Einfühlungsvermögen also ich kann ja noch mal sagen ich habe eine Ärztin die ich sehr lange schon kenne Gynäkologin äh gefragt kannst du mir nicht eine Frau nennen aus der DDR eine ältere Frau ich würde gerne auch für mein Podcast jemand interviewen um auch ein bisschen mehr zu verstehen was war eigentlich damals in der DDR und wie ging es damals den Frauen dort und dann hat Viola gesagt sofort meine Ausbilderin das war so eine einfühlsame Gynäkologin die ist wirklich herausgestochen und ich habe so viel von ihr gelernt und es fand ich
interessant weil es sie sagte sie waren einfach sehr einfühlsam und haben sich sehr auch für die Frau eingesetzt das heißt s sind dann doch auch herausgestochen ja also [Musik] das waren einfach so meine Erfahrungen also ich empfinde mich als relativ von Geburt aus gleichberechtigt meine Mutter war sehr emanzipiert und ich glaube in unserer Familie würde die Frage nie aufkommen Sohn oder Tochter studiert wer begabte ist studiert also da war ich schon sehr gleichberechtigt und das zweite was mir immer auffiel wenn ich Kolleginnen und Kollegen ausgebildet habe dann waren meine männlichen Kollegen die haben fünf sechs
Mal assistiert und dann kamen sie an mich heran und sagten könnten wir die nächste OP die Stellung nicht tauschen dass sie mir assistieren und ich möchte gern mal operieren ja und dann habe ich gefragt wie ist denn der Ablauf der Operation da kam oft wirklich Kraut und Rüben also noch gar nicht reif meinen Kolleginnen und da war die Ausnahme die Viola habe ich assistiert und nach dem 10 12 Mal habe ich gefragt wissen sie morgen tauschen wir mal den Platz da kommen sie an den operatur Seite und ich assistiere ihn oh also das traue ich
mir noch nicht zu könnte ich nicht noch paar mal bei ihnen assistieren bevor ich operiere also da habe ich eine schlaflose Nacht die Frauen waren sehr sehr viel zurückhaltend als meine männlichen Auszubildenden Kollegen und auf diesem Gebiet habe ich immer versucht Frauen zu fördern und ihnen Selbstbewusstsein äh zu vermitteln weil sie ja wirklich das geistige und geschickliche äh Begabungen und wissen wie die männlichen hatten aber in ihrer Mentalität sich einfach nicht getraut haben und das hat mich immer sehr gewundert und auch so ein bisschen empört wie wie kann das sein und da habe ich eben
doch immer wieder auch also ich meine ich war schon gerecht so in Erstellen der opplä und so aber versucht Frauen doch zu [Musik] fördern mit der gleichberichtigung der Frau in der DDR ist es nicht so ein einheitliches ja oder nein die Frauen in der DDR hatten fast alle ihren Beruf und waren auch berufstätig und insofern hatten die Frauen auch ihr eigenes Leben ihre eigenen Kolleginnen und Kollegen ihr eigenes Geld ihre eigenen Betriebsfeiern Ausflüge kulturellen Veranstaltungen und mussten nicht zu Hause warten auf den Mann der die Welt Ihnen nach Hause bringt und interessante Dinge erzählt das
war das eine und die Frauen waren relativ selbstbewusst äh was die leitenden Stellen in der DDR anbetraf da sah es anders aus also ich war ja in einem großen Klinikum da waren 12 13 Kliniken also erste zweite dritte Medizin Chirurgie und so weiter und alle Kliniken bis auf die Augenklinik wurden von Ärzten geleitet also Chefärzte und bis auf noch eine Kollegin war ich zwei erste Oberärzte also stellvertretende Ärzte alles andlere äh waren Männer und die fleißigen Arbeiterinnen waren dann eben die Stationsärzte oder die normalen oberärztinnen also da war es eben doch nicht so gleichberechtigt mannfrau
in der Leitung wieso woher kommt das ja das war eben doch noch glaube ich in meiner Generation die dominierende Männlichkeit haben Sie das auch so erfahren nein eigentlich nicht habe ich nicht erfahren also ich habe zwei Chefärzte erlebt in meiner Ausbildung habe aber nie äh empfunden dass ich nicht gleichberechtigt bin bzw sogar gefördert wurde ich habe ja vorwiegend männliche Kollegen gehabt ähm eigentlich sehr gleichberchtigt habe ich das empfunden persönlich aber statistisch war es nicht so wir hatten eben sagen wir mal von 13 Kliniken eine Chefärztin 12 Chefärzte und von diesen 13 Kliniken zwei erste oberärztinnen
und elf erste Oberärzte mhm ist ja unbestechlich die Statistik und sie sind aber Oberärztin dann geworden ja haben sie sich da durchsetzen müssen oder überhaupt nicht ich wollte es gar nicht also es war gar nicht so mein Streben weil in meinem Haushalt auch noch mein Vater war der das Musterbeispiel eines Ehemanns war der also nicht wusste wo seine Unterhosen waren im Schrank oder kochen konnte ähm weil meine Mutter früh starb und ich war auch sehr engagiert an meinem Sohn und ein Freundeskreis auch unterstützungsbedürftige Künstlerinnen und Künstler also ich hatte auch ein privates breites Feld so
dass ich sehr gern berufstätig war aber nicht unbedingt aufgefressen werden wollte also ich habe mich nie aktiv um irgendwas beworben und zu dieser ersten Oberarztstelle die habe ich hartnäckig abgelehnt weil ich sagte das kann ich nicht weil ich mein Vater auch noch versorgen musste und als mein Vater starb sagte der Chefarzt und jetzt haben sie keine Ausrede sie werden es na ja und dann bin ich es eben geworden wie lange waren sie Oberärztin dann von 83 bis 90 als ich aus der Klinik ausschied also praktisch mit der Wiedervereinigung na ja da war ich noch ein
Jahr in der Klinik und das war natürlich auch ein Bruch durch die Wende ich war leidenschaftlich klinikerin also Poliklinik wäre für mich gar nicht in Frage gekommen dieses Gemisch von aktiv und passiv und Geburtshilfe und Kollegialität das war eben mein Leben aber ich habe nebenbei neben dem Beruf und für Gotteslohn also ich habe kein fennig mehr verdient ein zytologisches Labor in der Klinik aufgebaut mit so großem Ausmaß dass wir einen ganz großen Einzugsgebiet der zytologischen Abstriche von den pappabstriche papabstriche von den dresner Polikliniken bekam und ich hatte neuen angestellt te in dem Labor was ich
immer so daneben geleitet habe und diese sehr gut ausgebildeten medizinischtechnischen Assistentinnen wären alle arbeitslos geworden weil nach den neuen gesundheitsstrukturgesetzen ambulante Leistung nicht mehr stationär abgearbeitet werden durften und damit wärden die Kolleginnen alle arbeitslos geworden also das heißt es hätte dann privatwirtschaftliches Labor aufgemacht genau es kam da ganz viele westdeutsche Kollegen in mein Labor und recherchierten und interessierten sich ich konnte mir das überhaupt nicht erklären und war dann Anfang 1990 in Würzburg zu einem pödologenkongress und da hat eine alte Kollegin ich habe i das gesagt also es ist schrecklich ich tut mir so leid das
Labor aufzulösen und so weiter erstens ist es schon ein Werk von mir aber zweitens meine AR und sie sagte dürfte ich mal ihr Labor anschauen ja gerne also ich habe mich gefreut und sie kam und sie sagte wenn Sie dieses Labor auflösen also da das ist unverzeilichen unverständlich das ist eine Goldgrube also das können sie gar nicht auflösen lösen machen Sie sich selbstständig als Gynäkologin gehen Sie in die Niederlassung mit dem Labor dann sind sie ambulant und dann können Sie das Ganze Labor mitnehmen und dieses Labor in die Selbstständigkeit ich hatte nie menopausale Beschwerden aber
da habe ich ein Viertel Wechseljahrsbeschwerden ja ja ich hatte ein Vierteljahr jede Nacht Schweißausbrüche vor Angst wie ich das machen soll also das und dann durch diese Kollegin ohne diese Kollegin hätte ich es nicht gemacht durch diese Kollegin habe ich das gemacht weil ich auch dachte ich bin jetzt 55 ob ich die schweren Operation bis 65 noch durchstehe und die Nachtdienste noch durchstehe also ich habe es gemacht und es war tatsächlich so wie sie es gesagt hat aber das ärztliche Engagement für mich war dann nicht mehr so ich habe wirklich mit 65 trotz dieses enormen
Verdienstes aufgegeben m weil es hat mich einfach nicht mehr interessiert ich könnte ja heute noch durchmustern und Mikroskopieren und wäre dann Multimillionärin aber das ist es nicht und nie gewesen für mich also sie waren eigentlich so überzeugte Ärzte ja ja und praktisch eigentlich war Klinik mein Leben und nicht Poliklinik oder Labor ja also 8 Stunden Mikroskopieren war überhaupt nicht meine [Musik] Mentalität sie arbeiteten 30 Jahre als Ärztin später auch leitende Oberärztin in der Frauenklinik in Dresden sind also ganz verwoben mit Frauenthemen wie Kinderkriegen aber auch Schwangerschaftsabbruch und Verhütung Ende der 60er Jahre habe ich gelesen
wurde auch in der DDR die sogenannte antiabypille eingeführt sie hieß da kinderwunschpille wobei mir kinderwunschpill auch nicht ein Begriff ist aber kann ja sein also Famil planungspille oder was weiß ich also die wurde ja schon sehr früh war die normal in in der DDR ja absolut also wer das wünschte ab 16 Jahre hat sie glaube ich sogar ohne Zustimmung der Eltern bekommen und die Frauen haben ja auch sehr früh ihre Kinder schon bekommen ne wie alt waren Sie als sie einen Sohn geboren haben 25 also schon bisschen älter aber sonst 20 21 ja ja also
die nicht studierten die studierten waren so ungefähr Mitte 20 also ich kenne eigentlich keine komelitonin die während des Studiums ein Kind bekommen hat sie haben das jetzt nicht als Gefährdung betrachtet dass sie ein Kind kriegen also als Gefährdung ihrer ihrer Karriere ihrer weit ihren weiteren Lebenslauf sondern es war in erster Linie eine Freude ja ja ja ja natürlich also Gefährdung wissen sie in der DDR war der Arbeitsplatz überhaupt nicht gefährdet also ich war staatlich Angestellte und wir hatten aber auch nur 8 Wochen äh Kinderurlaub und wer länger fehlte musste dann eben erstmal die Pause selbst
überbrücken also sie hatten keine Elternzeit in dem Sinne doch 8 Wochen 8 Wochen und was haben sie dann gemacht nach 8 Wochen mit dem Kind na ich war ein Jahr zu Hause und dann entweder Großmutter oder Kindergrippe es war ja so dass der Schwangerschaftsabbruch in der DDA bis zur 12 Woche legal legal war ne und der wurde dann bei Ihnen in der Klinik durchgeführt oder ja ja ausschließlich in der Klinik und es war jetzt nicht so dass sie vorher eine Beratung oder irgendwas doch doch doch auf jeden Fall keine Schwangerschaftsabbruch ohne vorherige Beratung das war
obligatorisch die Beratung ah ja die war obligatorisch aber es könnte dann nicht abgelehnt werden oder so nein konnte nicht abgelehnt werden mhm und es ging bis zur 12 ich habe ein Recht auf Abbruch waren ja manche kesssse Mädchen die da kamen wenn weil sie die Beratung als Zumutung empfanden also ich meine die Beratung bezog sich ja dann wahrscheinlich eher auf die Aufklärung der riesiken und ja natürlich ja aber nicht da um zu die Lebenssituation noch mal auseinanderzunehmen oder nein das bezog sich nur auf den Eingriff und die Möglichkeit der Komplikation also keine Bekehrungsversuche es sei
denn die Frauen baten darum was würden Sie denn mir raten oder so dann natürlich aber es würde nur eben drauf aufmerksam gemacht dass das nicht so wie ein Zahnziehen ist dass das wirklich ein ernsthafter Eingriff ist und wenn die Frau schon über der ZW Woche war dann gab es keine Möglichkeit mehr es seit denn das Leben der Frau war in Gefahr oder das Kind war missgebildet dann auch jenseits bis zur 16 Woche und sie haben vorhin erzählt dass sie da mal so eine kleine Untersuchung gemacht haben im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbruch ja mich hat das persönlich
belastet der Eingriff an sich den auszuführen und ich dachte ähm wahrscheinlich wenn das Kind geboren wird sind die Probleme beseitigt so war es aber wirklich nicht also es gab schon auch Gründe die das sehr gerechtfertigt haben und ja für mich war die Berechtigung als Ärztin mit Respekt vor dem Leben auch die Kriminellen Abtreibungen da habe ich ja im Laufe meiner Tätigkeit auch ganz dramatische traurige Sterbefälle von Müttern gesehen die halt irgendwas durch puscherinen oder Pfuschern also einspritzen in die Gebärmutter von Seifenlauge oder mechanisches auslösen daran zu Grunde gegangen sind das war so engelmer sozusag ja
das war so schlimm dass ich mir dachte nein das kann nicht sein und ich war schon der Überzeugung eine Frau die per du kein Kind will wird es auch nicht kriegen die wird jeden Weg gehen es ist ja so dass ich den Eindruck immer hatte damals als ich auch in den 70er Jahren öfters in der DDR war dass die Sexualität viel freier war hier in der DD als im Westen obwohl im Westen immer sexuelle Revolution und so weiter und auch der Umgang der Geschlechter miteinander wie würden sie das so sehen war das so eine freie
relativ freier Umgang der Geschlechter miteinander auch sexuell oder diese FKK Kultur die denke ich auch ja also ich glaube schon es war relativ frei FKK war kein Thema wer wollte konnte und wer eben nicht wollte musste nicht es war mehr kameradschaftlich weil man ja von der ersten Klasse an bis zum Staatsexamen oder Berufsabschluss immer mit Jungs zusammen und man gewöhnt war mit männlichen Partnern umzugehen in relativer Gleichberechtigung also ein unehliches Kind war kein Thema oder keine Schande oder wurde keine Frau schief angesehen ich glaube das war schon ein bisschen selbstverständlicher als im Westen ich habe
gerade gehört von einem Soziologen hat das in der DDR eben die Frauen und Männer der gleichen Schicht geheiratet haben oder das war kein Thema aber im im Westen war dann kann man auch empirisch nachweisen dass die Frauen in nach oben geheiratet haben und die Männer eher nach unten von der Schicht und das fand ich auch sehr interessanten Befund weil ich dachte ja das war jetzt wahrscheinlich gar nicht so das Thema weil vielleicht diese schichtunterschiede gar nicht so groß waren in der DD das stimmt also ähm wir hatte in der DDR Geld das waren also also
Politiker und Handwerker also nicht ich will jetzt nicht despektierlich irgendwie sein aber nicht unbedingt die Creme D la creme und wer hatte am wenigsten Geld das waren eben die Künstler die nicht dem sozialistischen Realismus entsprachen und auch intellektuelle die nicht regimekonform waren und es gab halt friedhofsgäberarbeiter die Ausreiseantrag hatten und der Arbeiter war zurecht zum Teil sowieso privilegiert intellektueller war keine Auszeichnung dass man als Fahne vor sich hertrug soass es Schichten in dem Sinn an gesellschaftliche Repräsentation gar nicht gab und ich weiß noch als nach der Wende war hier in Berlin bekannte und ich sagte
ja die Schwester so und so meine Freundin hat das und das gemacht was du hast eine Schwester als Freundin Krankenschwester est ich war sprachlos über die Frage also es hat mir wirklich die Sprache verschlagen wieso nicht und sowas gab es in der DDR nicht und das war natürlich dann auch partnerschaftssuche also es war nicht primär was repräsentiert man in Staat denn man wollte gar nicht so unbedingt repräsentieren na ja ich meine man es will sich ja die Partner Schaft sowieso aus indem man in Augenhöhe gemeinsame Interessen und Bildung hat und es war ja wahrscheinlich auch
so wenn man sich scheiden ließ dann war wir ja trotzdem versorgt man musste nicht darum fürchten dass die Kinder und man selbst überhaupt keine Finanzierung haben weil man ja auch arbeitete als Frau ne ja ja also dass die Frauen ihr eigenes Geld hatten das war schon ein großer Fortschritt auch wenn es im Allgemeinen weniger war als der Mann verdiente aber um jeden Pfennig zu bitten oder zu fragen das ist schon auch eine gewisse Demütigung oder waren Machtinstrument der Männer also das müsste sich doch dann auch innerhalb der Geschlechter also wie die miteinander umgegangen sind auf
jeden Fall festzustellen sein wenn jetzt dieses finanzielle nicht da war also nicht nur in der Beziehung sondern auch insgesamt oder ja die privilegiertheit oder der Luxus Bestand eventuell darin dass einer in Wartburg besaß der andere in Trabant und der dritte eben nur ein Fahrrad aber das war der maximale Unterschied es gab auch nicht so oder sichtbar reiche oder sichtbar Arme also das dieser soziale Unterschied war nicht so gravierend und der war dann auch nicht zwischen Männer und Frauen unbedingt nein das auf keinen Fall sie haben ja auch einen Sohn den sie alleine großgezogen haben das
heißt sie haben auch eine Scheidung hinter sich wie war das also wenn ich sie fragen darf war das jetzt irgendwie ganz problematisch oder es war insofern problematisch weil mein ehemaliger Mann absolut dagegen war und bishin er war gegen die Scheidung ja absolut absolut aber die Richter bzw war auch eine Richterin war meh auf meiner Seite und dann wurde natürlich auch ob ich das Kind gut versorge und so weiter waren drei Besuche vom tja wie nennt man das sozialerweit Sozialamt vom Sozialamt und die Frauen waren auch absolut auf meiner Seite also aber gab es auch Unterhaltszahlungen
oder ja ja gab auch äh das äh war sogar so ich dachte na ja also mein Mann will nicht dass ich geschieden werde soll wenigstens keine finanziellen Verpflichtungen haben und sagte Unterhalt verzichte ich und da forren sie mir sehr in die quer und sagten das ist nicht ihr Geld das ist das Geld ihres Kindes er muss bezahlen mhm das war natürlich nicht viel 100 Mark und ob ich das gehabt hätte oder nicht wäre auch egal gewesen aber natürlich Unterhalt musste er auch bezahlen we sie waren ja damals auch schon Ärztin und so weiter viel gar
nicht ins Gewicht mm und sie hatten erzählt dass ihr Mann auch das gar nicht gut fand dass sie dann da auch berufstätig waren absolut nicht er wollte unbedingt dass ich zu Hause bleibe und viele Kinder kriege ja der größte Kleinbürger den ich kenne oh Gott ja und dann haben sie das Kind alleine großgezogen und äh war das sehr schwierig für sie dann diese Situation also so rein organisatorisch war es nicht sehr schwierig weil er war ja dann schon fünf und ähm fünf fünf Jahre ja er war ja dann schon fünf als meine Mutter starb bis
dahin war er ein in Watte gewickeltes omakind und dann ging es natürlich trap trpp und er hatte immer Sehnsucht natürlich ich auch das war schon nicht ganz einfach aber Sehnsucht nach was ja nach der Mama und ich nach dem Kind verstehe und aber so satorisch ging das schon ging das schon aber sehenuch sie waren ja nicht getrennt in dem Sinne sondern nein nein aber ich meine wir z.B wenn ich Dienst hatte dann war er mit dem Großvater alleine zu Hause und mein Vater war hätte also sich vierteilen lassen für den Enkel also ungemein geliebt aber
die zwei Männer mussten natürlich alleine zurecht kommmen ich habe vorgekocht und alle anziehschen und zum Wechseln hingelegt und organisiert aber es war halt schon auch nicht ideal was die Beziehung anbetraf obwohl wir bis heute ein sehr inniges Verhältnis haben ja vielleicht deswegen vi vielleicht vielleicht ja weil sie gespürt haben dass sie so Sehnsucht nacheinander haben ja ja ja wenn es so selbstverständlich ist dann weiß man nicht was man nicht hat ja vielleicht dann ist aber ihr so nicht diskriminiert worden oder so weil er von einer alleinerziehenden Mutter oder SAS damals das war ja irgendwie in
den 60er Jahren h da hätte aber hätten 50% der Kinder diskriminiert worden werden also ich glaube wir hatten die höchste ehescheidungsrat in der DDR überhaupt in Europa also das war gar keine Seltenheit und zwar interessanterweise von überwieg der Seite von den Frauen eingereicht haben sie da eine Erklärung für ja weil sie selbstständig waren und wenn man selbständig ist hat man natürlich auch andere Ansprüche und die haben die Männer eigentlich auch so im Haushalt D mitgearbeitet oder war das reine Frauensache nein nein die haben also zum größten Teil mussten die schon mitarbeiten aber es ist ja
wirklich so das Zepter hatte immer die Frauen die Organisation die waren dann einkaufen oder Kind in die Grippe bringen oder abholen und so aber die Organisation hatte meistens die Frau aber die Frauen waren jetzt keine Rabenmütter weil Sie berufstätig waren ne Rabenmütter wie man sie hier nannte wenn die Müter nicht also ich war erschrocken über den Ausdruck und ich finde ihn eigentlich auch unerhört ja ähm ich meine es war eine andere Form des Lebens aber manche Kinder denke ich heutzutage werden in einer gut geführten Grippe besser aufgehoben als zu Hause also das ich weiß ich
ich hatte da auch am Anfang Schrecken und äh ja großes Nachdenken aber das ist total ungerechtfertigt meine ich also dass Kinder in so staatlichen Organisationen staatlichen Institutionen mit aufwachsen absolut manche Mutter kann das gar nicht leisten was so die Kinder im Kindergarten lernen und betreut werden ich meine es kommt komt drauf an wie wirklich die echte Beziehung zu dem Kind ist und ich also meine kleine Enkeltochter die war jetzt ein Jahr opermädchen in Frankreich da ist es Gang und Gebe dass die Frauen nach 8 Wochen arbeiten gehen und man kann ja nicht sagen dass alle
Franzosen psychopathen sind das kommt sehr auf das individuelle Verhältnis an mhm ganz klar ähm heutzutage finde ich ja manchmal diese überbetreuung ein bisschen absurd also sehr sympathische Liebe kluge intelligente Frau die auch hier wohnt die bringt ihre elfjährige Tochter noch in so wie sagt man Lasten Fahrrad mit 11 Jahren hier die Kantstraße zur Schule jeden Morgen okay ja also ist das [Musik] nötig wie viel Enkelkinder haben sie zwei zwei haben sie viel Kontakt mit denen innige Verbindung ich habe von Null auf mit erzogen weil die Mutter hat so viel mit sich zu tun gehabt dass
die Kraft für die Kinder gar nicht ausreichte wie als sind die jetzt 22 und 20 mus auch schon ja junge D und mein Sohn ist gerade mit der seiner großen in güstro recherchieren für seinen Roman und die fahren beide zusammen die haben also sowohl zur Mutter als auch zum Vater ein inniges Verhältnis ja da muss man natürlich auch sagen dass ihr Sohn Schriftsteller ist und dann ja auch in so ein Kultur beflissenden oder wo die Kultur eine hohe Bedeutung hat aufgewachsen ist also sie für Sie wenn ich hier sehe sehr sehr sehr viele Bücher ja
also tausende glaube ich es ist eben so im der DDR war das persönliche Leben gar nicht so unterschiedlich sicher vom Westen es wurde gefeiert es wurde unterinander erzählt oder gemeinsam Urlaub gemacht oder jeder ist seinen Beruf nachgegangen diese basalen Dinge die ein Leben ausmacht war im Westen wie im Osten im Osten natürlich bescheidener im Westen äh also irgendwie lu luxuriöser wahrscheinlich ähm das einzige war eben diese Begrenzung an Reisefreiheit und ja auch Information ich habe eine Freundin die ist Kunsthistorikerin und schreibt eine Arbeit über ein Kölner Dom ohne jemals vor diesem Dom stehen zu können
und dürfen das ist doch absurd ja aber letztlich es ist ja auch im Leben immer so man hächelt dem nach was man nicht erreichen kann und schätzt nicht das was man hat wir hatten ja auch sehr schöne Reisemöglichkeiten also gerade hier das ist sehr westlich ich bin die einzige Ost Mensch hier in dem Haus da gibt es Leute die waren noch nie im östlichen Ausland habe ich gesagt ja aber Prag und Kraker und petersburg sind doch auch schöne Städte warum seid ihr denn dann nicht mal dahin nein das war eben Italien und Griechenland was ja
zauberhaft ist und was wir gottlob 30 Jahre auch genießen können aber ähm das basale menschliche ostwiwest war gar nicht so unterschiedlich unser Alltag Bestand eben in kochen und putzen und Beruf und Kindererziehung und Freundschaft und Vergnügen ja klar und vielleicht musste man mehr aufpassen dass man nicht in irgendwelche politischen wirungen reinkam also diese Freiheit alles sagen zu dürfen äh das ist schon obwohl es auch da äh Begrenzungen gibt also man durfte in der DDR keinesfalls sagen also Ulbricht der Idiot und ich glaube wenn man angestellt ist ist es auch nicht sehr passabel wenn man sagt
mein Chef der Idiot also das sind dann doch Unterschiede aber man kommt nicht ins Gefängnis ja ja auf jeden Fall wenn Sie jetzt an die Wiedervereinigung denken waren sie eigentlich überrascht also das war der schönste Lebensabschnitt politisch meines Lebens dieses en von es geht bewegt sich jetzt was diese montagdemonstrationen keiner wollte mehr in der Klinik montags Nachtdienst machen das musste unser Genosse sein und dieses hoffnungsvolle Streben was dann letztlich zur Vereinigung führte das war so eine Aufbruchstimmung in der gesamten Bevölkerung und in dieser Friedlichkeit da haben wirklich alle Menschen bei den Demonstrationen wenn irgendjemand von
den eingesetzten Kräften Rempelei oder gropheit anfing keine Gewalt wurde sofort gerufen es wurde ganz friedlich die Sache über die Bühne gebracht das war eine einzig glückliche Zeit diese Vereinigung wenn auch viele und auch ich nicht geahnt haben was es in einzelnen Schicksalen bedeutet hat auch an Abstieg und an herabsinken der Bedeutungslosigkeit können Sie da noch ein bisschen mehr das erklären na ja ich meine man muss bedenken dass z.B viele viele Frauen gute Stellungen hatten und ganze Betriebe und ganze Dörfer wurden plötzlich arbeitslos und sie standen da ratlos arbeitslos herum dann wanderten nach dem Westen die
Frauen vor allen Dingen ab und mit diese Arbeitslosigkeit und Abwanderung waren ja dann auch alle sozialen Einrichtungen brachen zusammen wie Kindergärten und Schulen und ähnliches also es gab da natürlich auch für uns völlig Fremde und überraschende negative Entwicklungen ja und haben Sie das Gefühl dass ihr alt T ag den sie hatten und den sie lebten und ihre Werte und das dass das alles abgewertet worden ist dann meine persönlichen auf keinen Fall also nein auf gar keinen Fall in der Medizin die Schwester blieb Schwester und der Arzt und Ärztin blieben Arzten Ärztin also keinesfalls ich meine
in meinem Beruf war das kein Problem aber in Instutionen schon da also so in dem Bereich meines Bruders wurde auch manches westlich übernommen oder eingegliedert wo dann auch der Chef eben seinen ersten und zweiten Assistenten mitbrachte und so weiter da sah das dann schon anders aus und wie geht es Ihnen jetzt hier sie leben ja jetzt seit 20 Jahren haben sie glaube ich gesagt in Berlin also ich bin ja von Dresden Weg wo ich 40 Jahre eingebunden war mit dem Ziel ich helfe jetzt 10 Jahre bis meine Enkelkinder aus dem Gröbsten sind und dann kehre
ich wieder nach Dresden zurück ich muss heute sagen ich lebe so gern in Berlin dass selbst ich meine die Kinder die sind ja schon sowieso in allen Winden verstreut mein Sohn und Neffen die alle hier leben wegzögen aus Berlin ich würde nicht wieder nach Dresden zurücken Kren Dresen ist eine schöne Stadt aber diese behebgkeit und diese kleinkarierte das auch bei allem kulturellen schönen würde mich nicht mehr reizen ich lebe gern in Berlin und was ist es so was die kulturell ganz besonders schätzen und lieben hier in Berlin ja ich liebe den Berliner an sich in
seiner Ruppigkeit auch dieses höfische höfliche in Dresden das hat auch manchmal was nicht so ganz aufrichtiges für mich ähm also es gibt natürlich in Berlin extreme Sachen ich habe neulich erlebt da war ich auf dem essbahnhhof und da lief so eine Frau hin und her und wusste offenbar nicht in wo wo in welche essbahn muss ich jetzt einsteigen und da kam ein Bahnbeamter und die stürzte auf ihn und sagte entschuldigen Sie ich möchte nach Spandau ich hab nicht dagegen und ging weiter ach so das ist natürlich ungeheuerlich ich habe gesagt wissen sie das sind sie
hier nicht richtig da müssen sie habe sie erklärt ähm das kann man schon in Berlin erleben aber im Grunde genommen finde ich die sehr sympathisch ja ja und es ist natürlich auch sehr Multikulti hier ne sehr gefällt mir sehr gut absolut ganz anders wie in Dresen ja absolut und sicher gibt es Probleme aber diese Ausländerfeindlichkeit die ist für mich sehr schwierig zumal man muss auch bedenken wodurch leben wir in Europa so üppig auf wen Kosten haben wir das er geschafft und errungen also schwierig ja wenn sie jetzt so an die Zukunft insgesamt an ihre Zukunft
denken was was sind da so ihre Wünsche ihre Hoffnungen ach sehr eingeschränkt also ich muss schon mein hohesalter da Bedenken ich genieße jeden Tag was ich noch kann und was ist aber allzu große Illusionen habe ich auch nicht mehr und ich habe auch große Einschränkungen meines Lebens schon getätigt also ich bin sehr gern Rad gefahren und hatte aber in Dresden einen Unfall da hat mich ein Fahrradfahrer auf dem Fußweg umgefahren da hatte ich ein Knöchelbruch vor z Jahren und dann hatte ich noch ein Unfall im Bus beim fahren und ein Wirbelkörperbruch so dass schon das
alleine also das Fahrradfahren fällt weg ich fahre noch sehr gern Auto aber das Auto ist sehr alt und noch ein neues werde ich mir nicht anschaffen und so das wird nächstes Jahr wahrscheinlich auch weggehen und das Reisen ins Ausland habe ich auch eingeschränkt das sind schon viele Dinge die die kleiner werden sozusagen ja ja also man sagt ja immer man beginnt im Bett dann Zimmer dann Wohnung dann die Stadt dann die Welt und jetzt bin ich schon aus der Welt noch in der Stadt wann kommt das Zimmer und dann das Bett ja also das ist
normal mhm aber sie lächeln dabei ja es ist bedauerlich aber es hat eben keiner das ewige Leben ist das der Schluss könnte sein K se recht recht herzlichen Dank fr sch schön sehr schön dass ich mit ihnen sprechen kon und wir haben uns ja heute zum ersten Mal kennengelernt ja sehr schön recht herzlichen Dank bitte gern sie hörten ein Gespräch mit der dresner Gynäkologin Christa Schulze zum Schluss noch eine Bitte in eigener Sache wenn ihnen oder euch mein podc hast alt und unverzagt Frauen erzählen Geschichte gefällt würde ich mich sehr über eine kleine finanzielle Unterstützung
freuen mehr Informationen über das nonprofit Projekt findet ihr auf meiner Homepage eva-chindele.de