[Musik] Zwei Leute mit Mobiltelefon. Sie sind happy. In Spanien haben 88% der 13-jährigen bereits ein [Musik] Mobiltelefon.
Ma jedoch [Musik] nicht. Wer bist du in der Zeichnung? Die hier.
Bekommst du mit 16 ein Handy? Nein, meine Mutter kauft mir nie eins, aber dann kaufe ich es mir selbst. Und du?
Weiß nicht. Deine Mutter hat meine überzeugt. Nein, die wird von anderen beeinflusst.
Zur Verzweiflung der jungen Leute engagieren sich in Spanien immer mehr Eltern in der Bewegung für eine Jugend ohne Mobiltelefon. Sie ist in Barcelona entstanden und verbreitet sich in ganz [Musik] Europa. Die Mutter von Mar ist Französisch Spanierin und beim Thema Smartphone riguros.
Hast du morgen Prüfungen? Zu Hause gelten strenge Regeln. Kein Bildschirm im Schlafzimmer.
Für die Hausaufgaben wird der Computer im Wohnzimmer benutzt, dessen Bildschirm können alle sehen und die Tür steht auf. Sollst du das in der Wikipedia nachschlagen? Für das Smartphone der Eltern gilt dasselbe.
Ich lege es in ein spezielles Zimmer. Ich sehe kurz, ob ich eine Nachricht habe, die beantworte ich später. Es bleibt da.
So, gehe ich verantwortungsvoll damit um. Für unser Kind sollen dieselben Regeln gelten wie für uns, denn vorher hingen alle ständig am Mobiltelefon. Deshalb haben wir uns was überlegt.
Früher lagen unsere Mobiltelefone da. Das war ein echter Handyparkplatz und da waren die Ladegeräte. Ich habe mich oft gefragt, ob eine neue Nachricht da ist und wollte fast zwanghaft nachsehen.
Aber da das Gerät nicht hier ist, hilft mir die Entfernung mich zu beherrschen. Er sagt, ich sei süchtig. Bis zu welchem Alter kannst du auf ein Smartphone warten?
Ich will jetzt eins haben, aber ich weiß, dass sie mir keins geben. Keine Ahnung, vielleicht bis ich 14 bin, aber 16 wäre zu lang. wäre 14 Jahre okay für sie?
Nein. Nein, aber klar, dass sie sauer ist. Alle haben eins und ich bin ausgeschlossen.
Unsere Klasse hat eine Chatgruppe und ich kann nicht sehen, worüber sie reden. In deiner Gruppe. Alle haben ein Smartphone.
Darüber muss man reden. Nein, nicht reden. Bitte, Mama, du machst schon genug Probleme.
Ich mache keine Probleme. Man muss doch darüber reden, dass sie dich ausschließen. Maria Delmonsz setzt sich aktiv in der Schule ihrer Tochter ein.
Sie ist Mitglied des Vereins Jugend ohne Mobiltelefon. Dem gehören in ganz Spanien bereits mehr als 30. 000 Familien an.
[Musik] Die Bewegung ist in Barcelona entstanden, genauer im Viertel Poblenau auf katalanisch neues Dorf. Ein ruhiges Viertel, echt [Musik] schön. Im September 2023 hat Elisabeth diese kleine Revolution in Gang gebracht.
Im Rückblick kommt es mir verrückt vor, dass in einem Jahr so viel passiert ist. Es gibt so viele Fortschritte. Deshalb scheint es mir, als würde das alles schon viel länger laufen.
Die ganze Entwicklung macht einen wirklich schwindlig. Alles beginnt in diesem Park, wo ihre Kinder gespielt haben. Damals erstellt sie eine Gruppe in WhatsApp.
Diese erste Gruppe hieß Jugend von Poblin Know ohne Mobiltelefon. Ich dachte, so kann ich drei oder vier Freunde meiner Söhne über mein Mobiltelefon für das Thema sensibilisieren. Wenn andere mitmachen, fühlt sich das eigene Kind nicht allein und man vermindert so den sozialen Drck.
Zehn Eltern treten der Gruppe direkt bei. Zu Elisabeths Überraschung sind es innerhalb weniger Wochen bereits tausende in Barcelona. Mütter, Studenten, so viele.
Sehen Sie, Elisabeth sensibilisiert andere Familien über soziale Netzwerke und in der realen [Musik] Welt. Mit ihrer Tanzschule wirbt sie für ein Offline Leben. Das wird sogar zum Thema der nächsten Aufführung.
[Musik] Am Anfang gibt's eine Analogie mit Marionetten und Spielen. In der Mitte der Aufführung sieht man eine Zauberkiste mit einer Art Tablet, das voll im Licht steht. Dann tauchen ein WLAN weitere Tablets, Androiden und Roboter auf und aus alldem bildet sich dann ein Gleichgewicht.
Solange Fantasie und Sport genug Raum bekommen, kann man auch ein bisschen Technik zulassen, um sich zu informieren. Gut eingesetzt kann Technik sehr nützlich sein. Ich bekomme erst mit 16 ein Mobiltelefon, aber später ist auch okay.
Ich kann auch so spielen. Für Elisabeth und die Gleichgesinnten sind Mobiltelefone ein Problem der öffentlichen Gesundheit. In Spanien verbringen Kinder jeden Tag mehr als 3 Stunden damit, am Wochenende sogar fast fünf.
Das ist eine [Musik] Sucht. In der pädi Abteilung dieser Klinik in Madrid behandelt man Jugendliche, die ständig online sind. Hier arbeitet Dr Maria Salmeron.
[Musik] Wie geht's seit dem letzten Mal? Wenn ich mich schlecht fühle, muss ich ein paar Stunden am Handy sein. Nur so kann ich mich ablenken und muss nicht darüber nachdenken, was mich stört.
Das ist so viel einfacher als jemanden anzurufen oder mich zu verabreden. Dabei würde mir das gut tun. Lucia ist 24 Jahre alt und wird hier beraten, seit sie 16 ist.
Sie lt unter Angstzuständen und Schlaflosigkeit. In den sozialen Netzwerken geht's vor allem ums Vergleichen. Man wird ständig beurteilt.
Ich war als Mädchen sehr unsicher in Bezug auf meinen Körper und meine Identität. All das hat sich sehr stark auf mich ausgewirkt. Eine der großen Fragen lautet: Wie wird man abhängig von sozialen Netzwerken?
In der Offlineewelt ist niemand süchtig nach Geselligkeit und auch nicht nach Freundschaft. Aber soziale Medien sind so konzipiert, dass sie süchtig machen. All die Likes, die Kommentare, wie Lucia sagt, sie dienen genau dazu, auch das endloses Crawlen.
Lucia wird sich in einem Prozess mehr und mehr darüber bewusst und möchte etwas ändern, aber man sieht, wie schwer das ist. Bist du noch süchtig? Ja, total mehr dann je.
Einigen Studien zufolge ist die Bildschirmsucht vergleichbar mit der Sucht nach [Musik] Kokain. Maria Salmeron hat die Elternbewegung gegen Mobiltelefone daher sofort unterstützt. Ich war berührt von dieser Initiative, denn in Kreisen von Kinderärzten galtte ich als extrem.
Das ist eine Bewegung von Familien, die sich Sorgen darüber machen, wie sich allir und sie hat mehr Leute mobilisiert als jeder andere. Das hat nicht mal die Kinderheilkunde geschafft. Auch andere Fachleute aus allen Bereichen der Medizin schließen sich der Bewegung für eine Jugend ohne Mobiltelefon an.
Marina Fernandez ist Vorsitzende des Vereins in Katalonien. Ich nehme vor allem als Mutter an der Bewegung teil, aber auch weil ich im Gesundheitswesen tätig bin. Nicht nur ich, sondern auch die Fachleute sind besorgt über den immer schlechteren Zustand von Kindern, die ständig am Handy sind.
Das hat negative Auswirkungen auf die psychomotorische Entwicklung, auf die Sprache und die sozialen und emotionalen Fähigkeiten. Sie erforscht den Einfluss der Drgebildschirm auf das Gehirn. Der präfrontale Cortex ist besonders anfällig.
Bei Störungen bildet sich dieser Bereich des Gehirns nicht so aus wie unter normalen Umständen. Aktuellen Studien zufolge verursacht zu viel Handynutzung [Musik] Störungen. Sie beeinträchtigen die Entwicklung eines Bereichs, der für die Planung, Priorisierung und Verarbeitung zuständig ist.
[Musik] Im Forschungslabor kann man verfolgen, was im Gehirn unter diesen Bedingungen passiert. Nicht gerade schick. Dr Diego Redola nutzt für seine Experimente eine Haube mit Elektroden.
Wir fangen mit einem Buch an, was leichtes. Das kleine hier. [Musik] Während Anna liest, sieht man die aktivierten Bereiche für Sprache und Sehen.
Der inotemporale Kortex hier ist wichtig bei der Suche nach Wörtern. Dabei wird das gesamte Gedächtnis durchsucht. Als nächstes nimmt die Teilnehmerin das Mobiltelefon.
Wir bitten Sie auf einer Plattform wie Instagram durch die Bilder zu scrollen. Instagram Studie zufolge blättern wir täglich durch mehr als 180 m Bilder. Das entspricht der anderthalbchen Länge eines Fußballfelds.
Was sieht man im Gehirn? Die Aktivierung wirkt jetzt eher flach und homogen. Das Gehirn ist in einer Art Leerlauf, eine Art Letergie ohne besonders viel Motivation und Aufmerksamkeit.
Man nimmt fortlaufend sehr schnell neue Informationen auf, aber man kann sich nichts merken, nichts kritisch beurteilen und auch nichts planen. Auf ein Gehirn, das sich noch in der Entwicklung befindet, kann das enorm schlechte Auswirkungen haben. Wer nicht gerne liest, der aktiviert sein Gehirn mit einem simplen Spiel.
Moment, ich komme nicht mit. Das ist zu schnell. Strategien entwickeln, Angriffe antizipieren.
So entstehen neuronale Verbindungen. Wer sowas spielt, der baut die eigenen kognitiven Fähigkeiten aus und verbessert sie auch. Mit einem Mobiltelefon geht das nicht.
Diese Eltern wollen erreichen, dass ihre Kinder wieder in der realen Welt spielen und deshalb wollen sie politisch Einfluss nehmen. Juna leitet die Abteilung Girona im Nordosten [Musik] Kataloniens. Juna [Musik] mit konkreten Vorschlägen erhöht sie den Drck auf das Rathaus.
In San Schuss des Wern haben wir uns was cooles ausgedacht. Da gibt es jetzt Aufkleber für Geschäfte, Einzelpersonen und Familien, die dagegen sind, dass Kinder Mobiltelefone bei sich haben. Wenn Kinder anrufen müssen, können sie in diese Geschäfte gehen.
Sie sagen dann einfach, dass sie die Mutter oder den Vater anrufen möchten, weil es irgendein Problem gibt. Mal sehen, wie wir die Geschäfte in diesen Ansatz integrieren, aber grundsätzlich klingt der gut. Eins können Sie definitiv vom Rathaus einfordern und das wäre die Organisation von Konferenzen, Arbeitsgruppen und Bildungstreffen.
Man muss auf die wahre Realität aufmerksam machen, denn man fragt sich ja, wo das alles hinführen wird, wenn wir es so laufen lassen. Um solche Sachen können wir uns hier kümmern, vor allem um die Bewusstseinsbildung. Bei einer kommunalen Abstimmung werden die Bürgervorschläge von Luna vorgestellt.
Sie werden wohl problemlos angenommen, denn wir haben im Gemeinderat die Mehrheit. Es wäre aber gut, wenn sie von allen Fraktionen unterstützt würden. Dann wäre nicht nur jeder gewählte Beamte daran gebunden, sondern die ganze [Musik] Stadt.
Ich melde mich. Danke. Bis dann.
[Musik] Seit einem Jahr reist Luna durchs Land und trifft sich mit Familien und Experten. Sie will die Bewegung koordinieren, damit sie nicht an Schwung verliert. Meine Motivation kommt auch daher, dass ich als Kind Opfer von Gewalt geworden bin.
Ich weiß, dass Missbrauch, Cyberbelästigung und sexuelle Übergriffe in sozialen Netzwerken exponentiell zugenommen haben. Mein Sohn hat mit 8 Jahren ein virtuelles Bordell besucht. Da hat die Figur einer Prostituierten für die Besucher getanzt.
Man konnte sie töten oder im Auto entführen. Sowas bedroht die Unschuld eines Kindes. Als Mutter kann ich nur kontrollieren, was zu Hause passiert.
Aber mein Sohn ist ein soziales Wesen. Er trifft seine Freunde und seine Mitschüler. Auf dem Schulhof haben manche ein Smartphone und in der Klasse gibt es Internet.
Die Kinder sehen alles mögliche. Der Schutz eines einzigen Kindes bringt da nicht viel. Man muss die ganze Gruppe schützen.
Man muss mehr Eltern überzeugen. An diesem Tag spricht Luna in einer Schule in San Jos des Wern, südlich von Barcelona. Maria Delmons und ihr Mann sind auch da.
Sie wollen hören, was Luna und der renommierte Kinderpsychologe zu sagen haben. Wissen Sie von Eltern, die ihrem Kind ein Smartphone gegeben und es dann wieder weggenommen haben? Ja, sie sagen, dass sie ihren Sohn jetzt zurückbekommen haben.
Er hat wieder mit seinen Brüdern und Schwestern gespielt. Zuerst sind die Kinder natürlich wütend, aber wie lange kann ein Kind wütend auf seine Eltern sein? Unter den Zuhörern sind Befürworter des Vereins, aber auch überforderte und zurückhaltende Eltern.
Haben ihre Kinder Handys? Warum sie? Smartphones.
Mit Handy meine ich Smartphone. Ein Zuhause ohne technisches Gerät wäre super und nur gut für ihre Kinder. Wir haben was vereinbart.
Für gute Leistung gibt's eine Stunde am Tablet. Videospiele ganz verbieten geht nicht, denn die spielen ja alle. Meiner Meinung nach tut jede Familie was sie kann.
Ich sage jedenfalls nicht, das ist gut oder das "Das ist schlecht. Allerdings sollte man als Belohnung nicht etwas wählen, was schädlich ist. Denn durch die Belohnung wirkt das Schädliche dann cool.
In der Schule sollte es gar keine Handys geben. Das sollte ein handfreier Ort sein. Aber unsere Tochter bittet uns immer wieder Ihr Smartphone zu entsperren, weil sie es für eine Aufgabe im Unterricht braucht.
Irgendwie werden Smartphones und Bildschirme regelrecht kriminalisiert. Wer in der Welt der Mobiltelefone neu ist, dem könnte man ja helfen und sagen hier, das ist okay, das mach lieber nicht. Man könnte auf Dinge aufmerksam machen.
Ein generelles Verbot scheint mir keine Lösung zu sein. Doch Luna lässt sich nicht entmutigen. Es wird immer Leute geben, die Zweifel haben und sich sagen, ich habe es zu Hause versucht und das und das ist mir bei meinen Kindern aufgefallen und jetzt weiß ich, warum das so ist.
Man kann nicht alle überzeugen und wir geben auch nicht vor, als könnten wir das. Aber es sollen möglichst viele Menschen über dieses Thema informiert sein. Tatsächlich hat die Bewegung in Spanien schon viel erreicht.
Nach Protesten von Eltern hat die Regierung im Dezember 2023 Mobiltelefone im Unterricht und auf dem Schulhof verboten. Betroffen sind Grund und weiterführende [Musik] Schulen. Hier geben alle ihr Smartphone am Eingang ab.
[Musik] Sie holen sie in der Mittagspause um 14:30 Uhr ab. Den Morgenüber sind sie hier. Stört dich die Änderung?
Nein. So wird im Unterricht nicht geklaut. Die nächste.
Das ist danke. Ein haltet ihr ein Jahr ohne Handy aus? Ja.
Ich nicht. Ein Jahr ohne Handy? Nein, das geht gar nicht.
Gibt's noch jemanden, für den ein Jahr ohne Handy schwierig wäre? Ich spiele mit Freunden Fußball und wir verabreden uns über WhatsApp auf dem Smartphone. Deshalb habe ich es immer dabei.
Ohne das würde ich nie aus dem Haus gehen. Maruan und du? Wä?
Okay. Langweilig, aber okay. Wollt ihr das wirklich ausprobieren?
Ja. Paul sagt ja. Ein Jahr ohne Smartphone hält er keine zwei Tage aus.
In der Schule sind jetzt nur noch Bildschirme erlaubt, die die Lehrer im Blick haben. Was sich geändert hat, früher haben Schüler im Unterricht auf ihre Smartphones geschaut, sich gegenseitig Nachrichten geschickt und die Lehrer gefilmt. All das sollte in einer Schule nicht vorkommen.
vorstellbar für jene, die sich an das neue Gesetz gewöhnt haben. Wie diese Schülerinnen. Früher waren mehr als die Hälfte der Schüler auf dem Schulhof ständig am Smartphone.
Sie standen in kleinen Gruppen zusammen und haben sich per WhatsApp unterhalten. Echt jetzt? Der Direktor registrierte seit dem Verbot weniger Zwischenfälle auf dem Schulhof.
Als mal ein Junge hingefallen ist, haben sie ihn fotografiert und sich über ihn lustig gemacht. Aber dann wurde es für sie richtig unangenehm. Über ein Smartphone geht Belästigen leichter.
Aufhören kommt für die Elternbewegung nicht in [Musik] Frage. In Valencia treffen sich die Kinderärzte zu einem Kongress. Dr Maria Salmeron stellt die neuen Empfehlungen des spanischen Kinderarztverbandes zur Verwendung von Smartphones im privaten Umfeld vor.
Das ist ein heißes Thema. Niemand weiß davon. Alles geheim.
Vor 6 Jahren hing niemand ständig am Smartphone. Vor zwei bis d Jahren waren die 12 bis 16-jährigen weniger als 2 Stunden online, inklusive der Zeit in der Schule. Wir müssen die Kindersicherung aktivieren, Telefone ohne Internetzugang bevorzugen und den Kauf des ersten Smartphones hinauszögern.
Je später man damit anfängt, desto besser. Mit 18 ist es jedenfalls besser als mit 16 und mit 23 besser als mit 18. Die neuen Empfehlungen wären die strengsten der Welt, noch strenger als die in Kanada, in [Applaus] Quebeck.
Doch das reicht Maria nicht. Technologieunternehmen müssen ethisch handeln. Wer wirtschaftliche Interessen verfolgt, kann nichts entscheiden, was die öffentliche Gesundheit betrifft.
Das ist ein Wirtschaftsbetrieb. Ja, aber die Pharmaunternehmen reguliert man auch und Tabak auch. Das muss alles auf Ebene des Parlaments und der Regierungen geschehen, denn beim Internet braucht man eine internationale Regulierung, sonst hilft das [Musik] nichts.
Der Kampf darf nicht auf die lokale Ebene beschränkt sein und so nimmt die Bewegung spanischer Eltern, die im kleinen Park von Barcelona begann, eine internationale Dimension an. [Musik] Juna organisiert ein Treffen mit anderen europäischen Elternverbänden. Für sie ist das eine Premiere.
Das ist ein historischer Moment. Ich bin so aufgeregt. Ich mache ein Foto.
Lächeln. Caroline Plaons ist Kommunikationsexpertin in Frankreich. Simone Lanzer, italienischer Lehrer.
Sie alle wollen die Onlinezeit von Kindern verringern, doch in Europa redet man überall von Digitalisierung. Glaubst du, dass es gelingen kann, Smartphones bis zu einem bestimmten Alter zu verbieten? In allen Ländern werden die Bildungsprogramme heutzutage von europäischen Gremien festgelegt und die drängen auf Investitionen in die Digitalisierung.
Wir könnten mehr Einfluss gewinnen, wenn wir neben den eigenen Aktionen an den Schulen und vor Ort auch unsere europäischen Vertreter unterstützen würden, damit sie Vorschläge machen. Das ist eine tolle Idee. Wir sollten auch mit den Skandinavien reden.
Die haben als erste alles digitalisiert und fahren das Ganze jetzt ein wenig zurück, denn sie haben gemerkt, dass das alles in eine schlechte Richtung geht. Vielen Dank. Wann sehen wir uns wieder?
In der nächsten Woche oder in zwei Wochen? Aber jetzt muss ich wirklich gehen. Vielen Dank.
Fast überall ergreifen die Regierungen Maßnahmen. In Frankreich werden Mobiltelefone ab dem Schuljahr 2025 in Schulen und Hochschulen komplett verboten sein. Luna fährt zu einer zweitägigen internationalen Konferenz.
Aus ganz Spanien sind Ärzte, Lehrer und Eltern angereist. Ihnen geht der Richtungswechsel viel zu langsam. Die Techunternehmen sind immer einen Schritt voraus.
Wir haben es mit den größten Lobbys der Welt und Unmengen Geld zu tun. Sie bombardieren uns mit alles Digitale ist toll und die Zukunft. Alles muss digitalisiert werden, auch der Kindergarten.
Aber das dürfen wir nicht zulassen, denn dann opfern wir die Zukunft und Gesundheit unserer Kinder, dem Gewinn von ein paar US-Milliardären. Unverantwortlich. Wir müssen unsere Kinder zurückholen.
Manfred Spitzer ist ein deutscher Neurowissenschaftler. [Applaus] Viele Eltern fragen, was die Wissenschaft dazu sagt. Sie wollen eine einfache Antwort, aber die ist wohl kompliziert.
Wenn ein 14-jähriger ein Smartphone will, heißt die Antwort nein. Er verfolgt, was in Asien passiert. Dort hat China bestimmte Bildungsinhalte und ein Digitalverbot für Minderjährige durchgesetzt.
Die Chinesen haben gehandelt, als ihnen die negativen Auswirkungen bewusst geworden sind. Wir denken immer an Redefreiheit und dass Kinder tun und lassen sollten, was ihnen gefällt. Aber das ist falsch.
Unsere Regierungen müssen handeln. Nur in Deutschland ist man noch nicht soweit. Das erste Unternehmen, das wirklich ethisch vorgeht, wird nur [Musik] gewinnen.
Möglicherweise ist eine Generation verloren. Für diese jungen Eltern steht deshalb die Zukunft auf dem Spiel. [Musik] Es mag fünf oder sech Jahre dauern, aber am Ende wird dieser Kampf gut ausgehen, denn die Vernunft ist auf unserer Seite.
Das ist eine Frage der Zeit. Institutionen, Familien und Experten sehen genau, was passiert. Die Zahlen liegen auf dem Tisch.
Das ist alles nur eine Frage der Zeit.